Heute ist Murmeltiertag!
Das ist bekanntermaßen der
Tag, welcher in bestimmten Regionen der USA dazu da ist, ein armes,
noch total verpenntes Murmeltier aus seiner Koje zu schmeißen und
es zu zwingen, nach seinem Schatten zu gucken. Das heißt: herrscht
klares, helles Wetter und hat das arme Murmel wirklich einen
Schatten (ich glaube, die Drumherum stehen, haben einen größeren…)
dann lautet die Vorhersage: Der Winter dauert noch weitere sechs
Wochen! Ah….ja!
Murmeltiere sind aber nicht nur putzig, sondern waren - wie folgendes Beispiel zeigt - sogar lebensnotwendig. Wieso? Nun, zu Zeiten Goethes gab es viele Flüchtlingskinder aus Savoyen. Jedes Mal, wenn der Hunger in den Schweizer Alpentälern nicht mehr auszuhalten war, wurden die Kinder von ihren Eltern als bettelnde Straßenmusikanten durch ganz Deutschland geschickt. Meist hatten sie dressierte Murmeltiere dabei, mit denen sie auf den Jahrmärkten und in den Gasthöfen Kunststücke vorführten. Eines Tages beobachtete Goethe einen dieser "Savoyer" und war so von seiner Geschicklichkeit fasziniert, dass er ihn in einem Theaterstück auftreten ließ. Der Junge ließ sein Murmeltier tanzen und sang dazu: "Ich komme schon durch manche Land..." Und wie das meist so ist, der Junge war niedlich und das Murmeltier so süß…oder umgekehrt - jedenfalls wurde es "Mode", dass die wohlhabenden jungen Herren (um den wohlhabenden jungen Damen zu imponieren) den kleinen Bettlern und ihren tanzenden Murmeltieren aus "Nächstenliebe" ein wenig Kleingeld zuwarfen. Reich wurden die Kinder davon jedoch kaum, oft nicht einmal satt, da sie andernorts gleich wieder beschimpft und verjagt wurden und so gezwungen waren, immer weiter zu ziehen. Manche wanderten sogar bis nach Schweden.
"Murmeltier" heißt auf Französisch "Marmotte" und so heißt auch das Lied von Ludwig van Beethoven, das man hier hören kann:
Zum Murmeltiertag:Beethoven: Marmotte op.52 Nr. 7



2 Kommentare
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grandtour
Der Murmeltiertag (Groundhog Day)ist eigentlich ein deutscher Feiertag: Mariä Lichtmess, der 40. Tag nach der Geburt Christi: nach dem jüdischen Glauben war die Frau bis 40 Tage nach der Geburt eines Knaben "unrein" (Bei einem Mädchen dauerte diese Periode doppelt so lange !!). Durch ein Opfer (Schaf und Taube) wurde die Mutter wieder rein.
In unserer Gegend gibt es noch die Spergauer Lichtmess, zu der es in früheren Jahren sogar noch einen Umzug in Spergau gab. Ich weiß nicht, ob das heute auch noch so ist. Ich kenne noch den Spruch "Wenn's zu Lichtmess stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit". Da haben wir ja noch Hoffnungen!!! Mittwoch, 03. Februar 2010, 10:17 Uhr
fenchelfisch
Danke schön, das wusste ich noch gar nicht... Dienstag, 02. Februar 2010, 10:36 Uhr