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Erstellt vor 3 Monaten von cornelia   |   416 mal aufgerufen

Kokolores und Firlefanz

Kategorie: Sonstiges

Mir vielen vor kurzen zwei Wörter ein, die ich im Sprachgebrauch nur noch aus Büchern kenne "Kokolores" und "Firlefanz".

Ich habe mich gefragt : "Was unterscheidet die beiden Wörter, außer die Wortherkunft?"
Beide Wörter haben viele Gemeinsamkeiten und sind im Sprachgebrauch sehr alt.


Gibt es eigentlich noch Leute die diese Wörter benutzen? Zwinkernd

49 Kommentare

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  • Profilbild von cornelia

    cornelia
    Noch ein Versuch zum Thema: Tag der Muttersprache

    Manche Wörter wie: Firlefanz, Kokolores, Kikifax, Kladderadatsch, Mumpitz, Nonsens, Schmarren, Pillepalle, Kinkerlitzchen, Wischiwaschi, Schnullifax, Tinnef, Humbuck sind einfach in die Jahre gekommen.
    Es gibt ganz viele Wortbesonderheiten, die in die Jahre gekommen und vom Aussterben bedroht sind!
    Neulich ist mir diese unmögliche unsinnige Geschichte eingefallen, eben echter Kokolores!

    „Die hochbetagten, aber eher selten gebrauchen Wörter sind in die Jahre gekommen. Ab und zu treffen sich diese Wörter auf dem Grünmarkt oder im Wartezimmer des Hausarztes oder bei Figaro im Blogg. Sie freuen sich endlich wieder einmal genutzt zu werden! Dr. Spaßvogel hatte bei seinem letzten fast ausgestorbenen Patienten einen Traum: " Wir schicken fast alle alten Wörter in Rente! Die Wörter, die schon auf der "Roten Liste" der geschützen Wörter stehen, dürfen über das Rentenalter hinaus genutzt werden und am Arbeitsleben teilnehmen. "Doch was ist das ?" Kokolores wird mit dem Notarztwagen in die Klinik gebracht. Der diensthabende Arzt muss nach eingehender Untersuchung der Wortbedeutung eine stationäre Einweisung zur weiteren Diagnostik vornehmen. Kokolores kommt nun auf die Station der unbenutzten Wörter.
    Hier trifft Kokolores auch Filiefanz, Fisematenten und Figuckchen. Alle klagen über die gleichen Symptome. Mit Kokolores kommt es in der Nacht noch ganz schlimm. Er wurde gleich in den Schockraum gebracht, wo mehrfache Versuche das Wort wiederzubeleben scheiterten.
    Aber Dank einer kleinen Gruppe witziger Figoro Hörer, die im Blogg aus dem Stehgreif und aus der Lamäng heraus so viel zu den alten Wörtern gefunden, auf´s Tapet gebracht und noch mehr darauf geantwortet haben, geht es Kokolores etwas besser.
    Die Notfallmedizin hat sich gelohnt. Schnell hat sich die Aktion unter den anderen verlorenen Wörtern herumgesprochen. Nach der Entlassung aus der Klinik und anschließender REHA treffen sich nun die vom aussterben bedrohten Wörter regelmäßig in der KITA und im Schulhort zusammen mit vielen unbekannten Multikultiwörtern. Es ist für die aussterbenden Wörter einfach schön, etwas von der alten Zeit, dem Kulturkreis, der Heimat zu erzählen und dabei zu erfahren, wie man heute spricht, denkt und lebt.
    Am Schönsten aber ist es, wenn Firlefanz ein Buch zur Hand nimmt, in dem die vom Aussterben bedrohten Wörter unterstrichen sind, denn dann hinterfragen die Multikultiwörter beim Kompott essen den Sinn und die feinen Unterschiede. Kokolores und Firlefanz haben nun einen zweiten Frühling gewagt. Und Figuckchen läuft ohne Gehilfe mit Tattoo in Jeans und Sweatshirt durch die Stadt.

    Kokolores - kommt aus dem mittelniederdeutschen "gokeler" = Gaukler. - Bedeutet : Unsinn, Unfug, Blödsinn, Geschwätz, Spaß
    Firlefanz - kommt auch aus dem mittelhochdeutschen „firlifanz“ (Bezeichnung für einen Tanz).
    in Elmar Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. - Bedeutet : Überflüssiges unnützes Zeug, gedanklicher Unsinn
    Mittwoch, 22. Februar 2012, 20:58 Uhr

  • Profilbild von Tobias_Kluge_FIGARO

    Tobias_Kluge_FIGARO
    @ cornelia: Schön, dass Du darauf hinweist - ja, wir hatten tatsächlich einen Beitrag geplant, der sich u.a. mit dem Tag der Muttersprache beschäftigt, sogar schon für letzten Samstag. Aber wegen des Rücktritts von Christian Wulff mussten wir die Sendung aktuell etwas abändern, deshalb wurde er geschoben. Aber er läuft noch, wahrscheinlich am übernächsten Samstag (3.3.)! Dienstag, 21. Februar 2012, 13:04 Uhr

  • Profilbild von cornelia

    cornelia
    Ich habe am Sonntag, 12. Februar 2012, 20:13 Uhr im gleichen Block geschrieben: Leider kam dazu keine Meldung, außer die tolle Idee von Ihnen.
    Ich habe mir vorgenommen nun noch einmal Tucholski, Ringelnatz und Jandl zu lesen. Für jeden Pädagogen und Erzieher sollte das ein Muss sein.

    "Übrigens: Am 21.02.2012 ist der Internationale Tag der Muttersprache; ein von der UNESCO ausgerufener Gedenktag zur „Förderung sprachlicher und kultureller Vielfalt und Mehrsprachigkeit“.
    Gibt es Aktionen, die Ihr dazu kennt? ODER Macht Figaro dazu eine Sendung?"
    Montag, 20. Februar 2012, 22:07 Uhr

  • Profilbild von PianoPerlhuhn

    PianoPerlhuhn
    übrigens: morgen ist der internationale Tag der Muttersprache... Montag, 20. Februar 2012, 19:07 Uhr

  • Profilbild von cornelia

    cornelia
    Mutscheliepchen als Marienkäfer habe ich nur im Internet gelesen. Bestimmt sagt man das in einigen Gegenden. Samstag, 18. Februar 2012, 20:01 Uhr

  • Profilbild von Fussel

    Fussel
    Mutschekiepchen heißt Marienkäfer. Mag aber sein, dass es nur ein Dialektwort ist. Samstag, 18. Februar 2012, 19:56 Uhr

  • Profilbild von cornelia

    cornelia
    Mutschekiepchen kenne ich nicht. Das Wort Muthschekuh (MOTSCHE)Bist in der Lausitz noch gebräuchlich.
    Damit wurde ein Kälbchen oder eine kleine Kuh benannt.

    Ein Kiepchen; kann ich nur mit Kappe, Kinderhäupchen (Kindermütze) zusammenbringen.

    Wenn ich die beiden Begriffe zusammenführe, dann kann es nur bedeuten die junge Frau, das junge Mädchen unter die Haube bringen...

    Naja, ich weiß nicht so genau, ob diese Deutungsmuster belegbar sind.

    Übrigens dem bitteren Beigeschmack vom Bratkartoffelverhältnis stimme ich zu. Ich mag weder Bratkartoffeln noch aufgewärtmte Verhältnisse. Klare Verhältnisse sind mir lieber und Mutschekiepchen sind so glaube ich, auch nicht mein Ding.. Freitag, 17. Februar 2012, 18:34 Uhr

  • Profilbild von yvokiwi

    yvokiwi
    Mutschekiepchen ist ein Dialektwort. Davon gibt es ohne Ende. Freitag, 17. Februar 2012, 16:48 Uhr

  • Profilbild von Fussel

    Fussel
    Ich habe nicht alle 40 Kommentare bis hierher gelesen, möchte aber noch das vergessene oder zumindest viel zu unbekannte Wort Mutschekiepchen anführen. Freitag, 17. Februar 2012, 16:04 Uhr

  • Profilbild von yvokiwi

    yvokiwi
    Wenn so ein Bratkartoffelverhältnis nur nicht so einen miefigen Beigeschmack hätte. ;-)
    Freitag, 17. Februar 2012, 00:18 Uhr

  • Profilbild von cornelia

    cornelia
    Vielleicht können wir den Schabernack mit einem Bratkartoffelverhältnis zusammenbringen?

    Schabernack ist schon im 14. Jahrh. im böhmischen belegt (Neckerei, Streich, Hohn). Donnerstag, 16. Februar 2012, 22:51 Uhr

  • Profilbild von cornelia

    cornelia
    Kompott :. bei mir in Dresden gibt es den Begriff noch und ich mache auch selbst Kompott, auch ohne Garten mit den Früchten der Saison.
    z.B. passt in einm Kompott Birne und Himbeere ganz gut, zusammen sowohl geschmacklich, als auch farblich.
    auch Holunder und Birne passt zusammen
    Möchte ich ganz schnell etwas besonders haben, dann mache ich Apfelkompott mit Zimt und Rosinen.
    Das geht ganz schnell und schmeckt immer.
    Manchmal hole ich nur Waldfrüchte aus der Tiefkühltruhe im Supermarkt und koch daraus Kompott. Besonders lecker schmeckt es dann, wenn ich in einer kelinen Glasschale noch Vanillepuddig serviere und das Kompott über den Pudding gebe.
    Genauso gut schmeckt Vanillepudding mit roten oder schwarzen Johannesbeeren als Kompott.

    Mein bestes Rezept ist jedoch Holunderblütengelee mit natürtrüben Apfelsaft angesetzt. Aber Marmelade und Gelee ist ja kein Kompott.
    Donnerstag, 16. Februar 2012, 22:38 Uhr

  • Profilbild von Doris_Kothe_FIGARO

    Doris_Kothe_FIGARO
    @rotelocke "und machen sie das kompott auch selber und welche früchte verwenden sie ?
    eine rarität ist es dennoch schon geworden"
    Da haben Sie absolut recht - eine Rarität. Auch ich bin passive Kompottlerin: also wie gesagt, ich esse und sage Kompott, das Kochen müssen andere Menschen besorgen...

    Donnerstag, 16. Februar 2012, 20:58 Uhr

  • Profilbild von ghic

    ghic
    @ alle:
    wie ihr aus dem Stehgreif und aus der lamäng heraus so viel gefunden und noch mehr geantwortet habt, da kam ja so einiges aufs Tapet. Donnerstag, 16. Februar 2012, 01:33 Uhr

  • Profilbild von rotelocke

    rotelocke
    danke auch @yvokiwi und @cornelia für die aufklärungen

    da lernt man etwas in der schule, trägt es ein leben lang mit sich herum und wenn man glaubt, es zu brauchen, da stehen wikipedia und ihre leser und schütteln mit den köpfen

    es ist wie eine sage, die weitergetragen wird und sich beim erzählen verändert
    :)))

    @Doris_Kothe_FIGARO
    und machen sie das kompott auch selber und welche früchte verwenden sie ?
    eine rarität ist es dennoch schon geworden

    gerne würde ich früchte in rum einlegen .. einen rumtopf machen . nur, mir fehlt der garten :)

    Dienstag, 14. Februar 2012, 16:13 Uhr

  • Profilbild von yvokiwi

    yvokiwi
    Danke Cornelia,

    das war umfassend. Dienstag, 14. Februar 2012, 13:40 Uhr

  • Profilbild von Doris_Kothe_FIGARO

    Doris_Kothe_FIGARO
    @ rotelocke
    kompott .. Also: Kompott sage und esse ich noch!

    Ansonsten hätte ich noch einen - wie ich finde - schönen lexikalischen Migranten aus dem Norddeutschen: "schier Schandudel".
    Dienstag, 14. Februar 2012, 13:22 Uhr

  • Profilbild von cornelia

    cornelia
    Also : Noch einmal zum Wort Fisematenten:
    Entsprechen der Erfahrungen aus dem Goethe Institut sind bei dem Begriff Fisematenten nicht einmal die Fachleute einer einheitlichen Meinung zum Wortursprung: Fakt ist, dass es mehrere eutungsmuster gibt:

    FISEMATENTEN

    in der BÜROKRATIE : im 15. Jahrhundert von "visae patentes", kurz "visepatentes", was ein umständlich zu erlangendes Patent bedeutet .

    Experten glauben es handelt sich bei dem Begriff um Zierrat : der Ursprung entstammt dem frühneuhochdeutschen Wort "fisiment".
    "Kluge, Friedrich schreibt im Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache, 2002
    Fisimatenten - visipaten : erweiteter Stiel (16.Jh).
    vermutlich Streckform zu . fisimatent (am Wappen), zu mhd visieren, das bedeute..."

    volkstümliche Erklärung durch Napoleons Soldaten an deutsche Frauen das Zelt zu besuchen, während der Besetzung des Rheingebiets durch Napoleons Truppen.

    im Sinne einer Faulen Ausrede bedeutet Fisimatenten: Faule Ausrede verspäteter Passanten gegenüber napoleonischen Straßenkontrollen : "Je viens de visiter ma tante." – "Ich habe gerade meine Tante besucht." – so hätten diese sich herausgeredet. Aus dem Volksmund.

    Meine Erklärung lautet ganz einfach: Fisimatenten: sind Ausflüchte, Umstände; lose Streiche, Flausen

    Ganz nebenbei, kann Urlaub entspannend sein, wenn man über solchen Unsinn nachdenkt. Die Spirnezchen nehme ich mir einen anderen Tag vor. Denn ehrlich, die passen in das Muster der auszusterbenen Worte. Nun fahre ich zu meinem Dreikäsehoch zum Geburtstag:)))

    . Dienstag, 14. Februar 2012, 12:39 Uhr

  • Profilbild von magentis1984

    magentis1984
    Spirenzchen hatten wir noch nicht? Dienstag, 14. Februar 2012, 09:59 Uhr

  • Profilbild von yvokiwi

    yvokiwi
    sorry, wenn ich mal wieder klugsch..... Die Herleitung von Fisimatenten ist falsch @rotelocke

    Ich zitiere mal wikipedia:

    Falsche etymologische Herleitungen [Bearbeiten]

    Folgende unbelegte Erklärung wird oft herangezogen:
    Als Deutschland Anfang des 19. Jahrhunderts weitgehend unter französischer Besetzung stand, versuchten immer wieder französische Soldaten, deutsche Mädchen zum Zeitvertreib in ihr Lager zu locken, z. B. mit der Einladung: « Visitez ma tente » (dt. besuchen Sie mein Zelt) oder auch « Vois-y ma tente » (dt. sieh dort mein Zelt). Stand also abendlicher Ausgang an, wurde den jungen Frauen ein mach' aber keine Fisi ma tenten mit auf den Weg gegeben.
    Eine andere Erklärung mit demselben geschichtlichen Hintergrund ist:
    Zu dieser Zeit wurden französische Soldaten, die sich eines Vergehens schuldig gemacht hatten, mit der Einladung: « Visitez ma tente » (dt. besuchen Sie mein Zelt) zu ihren Vorgesetzten bestellt.
    Eine weitere Erklärung aus dieser Zeit liefert Lutz Röhrich:


    „Ebenso wurde es volksetymologisch aber auch als Ausrede verspäteter Passanten bei Kontrollen durch die Wache erklärt: « Je viens de visiter ma tante » (Ich habe eben meine Tante besucht).“

    – Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten[7]

    Die Worterklärung aus dem Französischen ist sehr weit verbreitet und wird gerade im berlinischen und rheinischen Lokalpatriotismus immer wieder erzählt, da dort tatsächlich weitere französische Worte in den Alltag Eingang fanden. Jedoch ist diese Herleitung falsch, da das Wort als ein visimetent bereits im Jahr 1499[8] belegt ist.[9]

    Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Fisimatenten
    +++ergänzt durch Community_Betreuer+++ Dienstag, 14. Februar 2012, 09:33 Uhr

  • Profilbild von cornelia

    cornelia
    Ich denke, die alten Wörter die wir hier im Ulk abgetan haben, haben nichts mit Systemsprung zu tun, denn die meisten der genannten Wörter kommen aus dem Mittelalter oder sind bis zum Ende des 18. Jh. entstanden. Fast alle Begriffe hatten mit Schabernack, Nonsens, Kokkolores zu tun und ich glaube kaum, dass die Zeit und das System dabei eine Rolle spielen.
    Ich rede ja nicht von Begriffen, die in einem Teil Deutschlands allgemein üblich waren. (LPG, ABV ...) die Begriffe haben etwas mit einem anderen Thema zu tun.

    Das Kompott von rotelocke, ist bei uns immer noch ein gebräuchliches Wort.
    Das Gedicht habe ich aus urheberrechtlichen Gründen gelöscht.
    Ich hatte das für einen Moment aus den Augen verloren. Dienstag, 14. Februar 2012, 09:27 Uhr

  • Profilbild von meyertomas

    meyertomas
    Mit dem Unterschied, das sich zu unseren Lebzeiten ein Generationensprung infolge Systemwechsels ergab, der deutlich rasanter voranschreitet als zuvor - und so die Generationen eigene Sprache vs. Begriffe besitzen. Was daraus folgt ... Montag, 13. Februar 2012, 23:42 Uhr

  • Profilbild von rotelocke

    rotelocke
    kompott ..
    das nannte eine junge bekannte ein ddr wort .. sie kannte es von ihrer grossmutter
    aber ich kannte das auch .. eingekochtes obst ... wird wohl auch nicht mehr gemacht

    fisematenten kommt aus dem französischen: visit-ma-tante .. das sagten die jungen soldaten, wenn sie ihr liebchen besuchten ....
    daraus entstand: "mache nichts unüberlegtes "

    sprache ist immer im fluss, verändert sich, obwohl es regeln gibt
    heute sagen junge menschen andere sachen
    und in 50 jahren erinnern sie sich ............ an ihren eigenen kokolores Montag, 13. Februar 2012, 23:37 Uhr

  • Profilbild von meyertomas

    meyertomas
    Ach, darüber zu sinnieren ist doch reiner Firlefanz. Montag, 13. Februar 2012, 22:27 Uhr

  • Profilbild von cornelia

    cornelia
    Kokolores - kommt aus dem mittelniederdeutschen "gokeler" = Gaukler.
    - Bedeutet : Unsinn, Unfug, Blödsinn, Geschwätz, Spaß

    Firlefanz - kommt auch aus dem mittelhochdeutschen „firlifanz“ (Bezeichnung für einen Tanz).
    in Elmar Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache.

    - Bedeutet : Überflüssiges unnützes Zeug, gedanklicher Unsinn

    Sinnverwandt ist auch Schnickschnack, - kommt aus dem niederdeutschen "snaken" - Reden
    - Bedeutet : Überflüssiges Reden, kleine unnütze Dinge
    - auch Kikifax, Kladderadatsch, Mumpitz, Nonsens, Schmarren, Pillepalle, Kinkerlitzchen, Wischiwaschi,
    Schnullifax, Tinnef, Humbuck, = alles Unsinn
    Montag, 13. Februar 2012, 20:14 Uhr

  • Profilbild von cornelia

    cornelia
    Hallo Perlhuhn, ich denke Helmut Ludwig hat das Gedicht irgendwie aufgeschrieben.
    Ich habe es aus einen kleinem Büchlein aus dem Jahr 1988. Damals habe ich gern mit Wortspielen, die Umwelt verunsichert. Leipzig bot damals eine guten Nährboden.
    Heute ist das Buch wenig Alltagstauglich, da es die kleine Sprachwelt der DDR sehr stark reflektiert. Es kommt auf die Leseweise an. Manche Episoden kann man eben immer benutzen.

    Ludwig, Helmut:
    Gepflegtes Deutsch : Unterhaltsame Sprach- und Stillektionen für die Alltagspraxis. Mit 38 Zeichnungen von Ernst Eichholz und 37 Abbbildungen / Helmut Ludwig. - 3., unveränderte Aufl.- Leipzig : Bibliographisches Institut, 1988. - 188 S. : 75.Ill
    ISBN- 3-323-00158-3 Montag, 13. Februar 2012, 19:20 Uhr

  • Profilbild von PianoPerlhuhn

    PianoPerlhuhn
    @cornelia super, von wem is'n das Gedicht? Montag, 13. Februar 2012, 19:09 Uhr

  • Profilbild von Lauramarie

    Lauramarie
    Um die Teilnahme @perlhuhn kann ich dich beneiden....klingt hochinteressant!
    Aber ins " Magazin" kannst du auch mal gucken.....monatlich gibt es dort die Rubrik:
    GEDENKSEKUNDEN:
    Das Magazin erbarmt sich verschwindender Wörter.....
    und gibt auch die ursprüngliche Bedeutung.....

    griffbereit habe ich:
    VERKASEMATUKELN- etwas umständlich erklären. auch verkonsumieren....
    SCHINDMÄHRE
    DONNERLITTCHEN
    MUCKEFUCK

    Montag, 13. Februar 2012, 16:05 Uhr Montag, 13. Februar 2012, 18:17 Uhr

  • Profilbild von Rimapu

    Rimapu
    Kokolores geht stärker in Richtung spaßiger Unsinn als Firlefanz!
    Montag, 13. Februar 2012, 14:01 Uhr

  • Profilbild von cornelia

    cornelia
    Das Projekt "Das vergessene Wort" gefällt mir. Ich habe die "wenig benutzen" Worte eher aus meiner Umgangssprache, oder meinem Umfeld genommen.
    Diese Sprache ist mir noch gegenwärtig, meinen Kindern schon nicht mehr so direkt.

    Ich denke, mit der Veränderung der Lebensverhältnisse in den letzten 30 Jahren, der Verbreitung der neuen Medien inkl. Fernsehen und dem veränderten Leseverhalten an Schulen hat sich auch Sprache verändert.
    Ich komme aus der zweisprachigen Lausitz und mir fällt immer wieder auf, dass im ländlichen Raum im Slawischen (Sorbischen) die Wörter länger erhalten haben.
    Lesen fördert, bewußtes Leben bewahrt. Montag, 13. Februar 2012, 08:48 Uhr

  • Profilbild von PianoPerlhuhn

    PianoPerlhuhn
    Ich nehme gerade an einem Schreib-Projekt teil, das sich "Das vergessene Wort" nennt. Es geht eben auch um solche Wörter, die mittlerweile aus unserem Sprachgebrauch "entsorgt" wurden, aber auch um Wortwendungen, Formulierungen oder auch andere Wörter, die wir als "sprachlich wertvoll" einstufen würden. Dazu hat jeder ein literarisches Werk aus vergangenen Epochen bekommen, dass er ganz oder in Auszügen nach solchen Wörter durchsuchen soll. Ich habe die Gedichte von Else-Lasker Schüler ausgewählt. Da tauchen z.B. Wörter auf wie "Rinnstein", "girrend" oder "Zeder", aber auch so schöne Beschreibungen wie "trostloseste Entblätterung". Am Ende soll dann jeder einen Erfahrungsbericht verfassen, in dem man schildert, ob und inwiefern das Projekt und diese besondere detaillierte Auseinandersetznug mit der Sprache auch die eigene Sprachwahrnehmung und Sprachphantasie möglicherweise beeinflusst hat...... find ich sehr interessant. Es ermutigt sogar zur eigenen poetischen Verwirklichung.... Sonntag, 12. Februar 2012, 22:29 Uhr

  • Profilbild von cornelia

    cornelia
    Übrigens: Am 21.02.2012 ist der Internationale Tag der Muttersprache; ein von der UNESCO ausgerufener Gedenktag zur „Förderung sprachlicher und kultureller Vielfalt und Mehrsprachigkeit“.
    Gibt es Aktionen, die Ihr dazu kennt? ODER Macht Figaro dazu eine Sendung?

    In der Lausitz sagt man gelegentlich noch Hahnepiepen, blümerant....
    Sonntag, 12. Februar 2012, 20:13 Uhr

  • Profilbild von biggolo

    biggolo
    Ich mag das sächsische Wort ningeln: jammern oder quengeln, larmoyant ist aber auch sehr schön. Figuckchen, herrlich, nie gehört, werde ich sofort in meinen Wortschatz aufnehmen, läßt sich auch so gut versächseln :-)
    Ich finde es sehr schade, daß niemand mehr das Wort kommod benutzt. Ich werde manchmal komisch angeguckt, wenn ich sage, "das ist mir nicht kommod".... Sonntag, 12. Februar 2012, 19:38 Uhr

  • Profilbild von cornelia

    cornelia
    Leibchen habe ich noch als Kind tragen müssen. Das war ein aus gerippter angerauter Baumwolle bestehendes westenähnliches Unterhemd, zum zuknöpfen mit Gummibändern am unteren Saum, um die langen Strümpfe fest zu machen. Jungen und Mädchen trugen ein Leibchen im Winter, weil es zu allem die Nieren wärmte. Ich habe ganz schön Sperenzchen gemacht, weil ich das olle Ding nicht anziehen wollte. Übrigens lese ich das "Magazin " nicht.
    Egal ob wir : Firlefanz, Kokolores, Quatsch, Schabernack, Feguckchen, Fisimatenten sagen. Jedes dieser Worte hat eine genauere Bedeutung, deren Ausmaß heute kaum noch jemand kennt. SCHADE !
    Das Leibchen ist logischerweise aus dem Wortschatz verschwunden, weil man dieses Kleidungsstück heute nicht mehr benutzt. Sonntag, 12. Februar 2012, 18:21 Uhr

  • Profilbild von Lauramarie

    Lauramarie
    Ich glaube, @yvokiwi, ich muss meinen Wortschatz zur Besinnung bringen- ohne Sperenzchen! ;-)
    Sonntag, 12. Februar 2012, 18:03 Uhr Sonntag, 12. Februar 2012, 18:06 Uhr

  • Profilbild von yvokiwi

    yvokiwi
    Fisimatenten [1] Leere Ausflüchte, Winkelzüge, Faxen, Sperenzchen
    Sonntag, 12. Februar 2012, 18:01 Uhr

  • Profilbild von Lauramarie

    Lauramarie
    Ach, danke@cornelia....das war mir schon entschwunden!

    Im " Magazin" stehen in jeder Ausgabe Wörter, die aus dem Sprachgebrauch so gut wie getilgt sind....eins meiner ausgesprochenen Lieblingswoerter ist z.B.
    Leibchen :-)
    Sonntag, 12. Februar 2012, 17:58 Uhr

  • Profilbild von cornelia

    cornelia
    Mir fällt in dem Zusammenhang noch ein ähnliches Wort ein:

    Wenn z.B. Behörden Schwierigkeiten machen, dann sagt man umgangssprachlich:
    "Wieder solche Fisimatenten! Sonntag, 12. Februar 2012, 17:50 Uhr

  • Profilbild von cornelia

    cornelia
    Figuckchen kenne ich als Wort der Oma meines Partners die vor 1900 geboren ist und die aus anhaltinischen Köthen stammt.

    "Mach keene Figuckchen (Figuggchen)! "

    Was im hochdeutschen bedeutet: "Höhr auf mit Kaspern!" Die ganze Familie kennt das Wort noch. Sonntag, 12. Februar 2012, 17:47 Uhr

  • Profilbild von yvokiwi

    yvokiwi
    lavede ist etwas wackeliges, nicht stabiles, schon leicht defektes Möbel z.B.
    Bewerbchen, ist wenn jemand stãndig ein kleines Anliegen hat.

    Larmoyant gefällt mir übrigens auch besser, als jammernd oder quengelnd Sonntag, 12. Februar 2012, 17:40 Uhr

  • Profilbild von Lauramarie

    Lauramarie
    Lavede?
    Nie gehört....Bewerbchen kann ich noch erahnen....
    Beides ausgesprochen drollig! Sonntag, 12. Februar 2012, 17:34 Uhr

  • Profilbild von yvokiwi

    yvokiwi
    @lauramarie ich bin ab und an ganz genau ;-)

    Feguckchen ist mitteldeutsche Mundart, wenn nicht gar hallesch. Ich habe es erst hier kennengelernt, wie auch Bewerbchen und lavede. Alles drei nette neue Worte für mich. Sonntag, 12. Februar 2012, 17:32 Uhr

  • Profilbild von Lauramarie

    Lauramarie
    @ yvokiwi, du machst es ja ganz genau
    /beide Daumen hoch!

    Oldfashioned ist gut! Ich bleibe trotzdem bei dem herrlichen Firlefanz...
    Werfe aber noch ein Wort dazu- das mir außerordentlich gefällt:
    Feguckchen----schreibt sich sicher anders....ich suche mal.... Sonntag, 12. Februar 2012, 17:27 Uhr

  • Profilbild von yvokiwi

    yvokiwi
    Die Kombination war Firlefanz und Schabernack Sonntag, 12. Februar 2012, 17:22 Uhr

  • Profilbild von yvokiwi

    yvokiwi
    QUATSCH ist grob und derb. Firlefanz ist etwas oldfashioned und nicht ganz so unhöflich-finde ich.
    Quatsch ist Unsinn und nach wiki

    [1] dumme, ungereimte Aussage
    [2] Torheit; falsche, unüberlegte, unkluge Handlung
    [3] Alberei, kindisches Benehmen
    [4] Wertloses, Überflüssiges

    Firlefanz nach wiki

    [1] überflüssiges, unnützes Zeug
    [2] gedanklicher Unsinn
    Sonntag, 12. Februar 2012, 17:21 Uhr

  • Profilbild von Lauramarie

    Lauramarie
    Ja, wo steht denn der Beitrag nun noch????

    Meine Antwort habe ich doch eben gegeben!

    Ein Schabernack ist ein Streich, den man jemanden bewusst spielt.- wie Max und Moritz
    Als Quatsch würde ich etwas für mich Unglaubwürdiges bezeichnen.....oder ganz einfach Albernheiten....
    Sonntag, 12. Februar 2012, 17:20 Uhr

  • Profilbild von cornelia

    cornelia
    Ja, und was ist nun der Unterschied zwischen Quatsch und alberner Schabernack?
    Sonntag, 12. Februar 2012, 17:04 Uhr

  • Profilbild von yvokiwi

    yvokiwi
    yep. ich benutze beide Wörter.
    Ach, Kokolores klingt netter, als ach. Quatsch
    und Firlefanz ist die überflüssiger Tand oder Überschmücktes oder alberner Schabernack. Sonntag, 12. Februar 2012, 16:25 Uhr

  • Profilbild von cornelia

    cornelia
    Meines Erachtens gibt es in den Medien soviel Firlefanz, dass man den ganzen Kokolores nur halbherzig glauben kann. Sonntag, 12. Februar 2012, 16:14 Uhr

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